Häufig gestellte Fragen zur LCHF/KETO Diät (1.teil)
Es gibt viele verschiedene Fragen zur LCHF/KETO-Diät. Es gibt einige Fragen, die immer wieder auftauchen und deshalb habe ich beschlossen, sie so kurz und effizient wie möglich zu beantworten.
Fangen wir also ganz am Anfang an:
1. Was ist die LCHF/KETO-Diät?
LCHF ist eine Abkürzung für LOW CARB HIGH FAT, also eine kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung. Die KETO-Diät ist eine strengere Abwandlung von LCHF. Man kann sie auch als Lebensstil bezeichnen, denn es handelt sich definitiv nicht um eine kurzfristige Diät. Es bedeutet, dass wir echte Lebensmittel, gesunde Fette, unverarbeitete Lebensmittel und natürlich Lebensmittel ohne hohen Zucker- und Kohlenhydratgehalt essen.
2. Was bedeutet das Makronährstoffverhältnis?
Ein sehr wichtiger Teil für den Erfolg der LCHF/KETO-Diät besteht darin, sicherzustellen, dass die Proportionen stimmen. Wir sprechen hier von Makronährstoffen: Fette, Proteine und Kohlenhydrate. Bei der klassischen Ernährung, die reich an Zucker und Kohlenhydraten ist, verwendet unser Körper Kohlenhydrate als Energiequelle. Wenn sich das Verhältnis der Makronährstoffzufuhr ändert und Kohlenhydrate zu einem vernachlässigbaren Bestandteil unserer Ernährung werden, beginnt unser Körper, Fett als Energiequelle zu nutzen. Das ungefähre Verhältnis, das bei der täglichen Aufnahme eingehalten werden muss, ist: 70-75 % Fett, 15-20 % Eiweiß und 5-10 % Kohlenhydrate. Das bedeutet, dass mindestens 70 % der täglichen Energie aus Fett stammen muss, denn das ist der Kern der LCHF/KETO-Diät. Die KETO-Diät ist eine strengere Abwandlung von LCHF und basiert auf einem höheren Fettanteil und einem geringeren Kohlenhydratanteil.
3. Was ist KETOSIS?
Ketose ist ein völlig normaler Zustand des Körpers, der eintritt, wenn wir Kohlenhydrate (Zucker) in unserer Ernährung als primäre Energiequelle einschränken. Der Körper kann entweder Zucker oder Fett als Energiequelle verwenden. Zucker wird von unserem Körper in Glukose umgewandelt, während Fett von der Leber in Ketone umgewandelt wird. Von einer ernährungsbedingten Ketose spricht man, wenn der Ketonspiegel im Blut über 0,5 mmol/l liegt.
Lesen Sie mehr über die Ketose in diesem Blog: Der Unterschied zwischen Ketose und Ketoanpassung?
4. Was sind KETONEN?
Die Mitochondrien, die körpereigenen „kleinen Energiefabriken“, verstoffwechseln Energie aus Glukose oder Ketonen und sorgen dafür, dass der Körper die benötigte Energie erhält. Und hier kommt der Unterschied. Ketone erzeugen viel mehr Energie pro Moleküleinheit als Glukose. Einfach ausgedrückt bedeutet dies, dass wir, wenn der Körper beginnt, Fett in Ketone umzuwandeln, eine viel bessere und nachhaltigere Energiequelle erhalten. Ein weiterer Vorteil der Ketone ist, dass der Blutzucker nicht ansteigt und der Insulinspiegel niedrig bleibt, wenn der Körper beginnt, das Fett zu verwerten. Dies ist ein sehr willkommener Vorteil der Ketose, zusätzlich zu den vielen anderen Vorteilen. Ketone sind der Treibstoff für unsere Zellen. Ketone werden in der Leber produziert, wenn Fett abgebaut wird.
Mehr über Ketone (welche Arten wir kennen und wie man sie misst) erfahren Sie in diesem Blog: Was sind Ketone?
5. Ist die LCHF/KETO-Diät sicher?
Die LCHF/KETO-Diät hat viele gute Eigenschaften – sie ist sehr sättigend, unterdrückt das Hungergefühl und hat viele positive Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Ich sage oft, dass der Gewichtsverlust nur ein Nebeneffekt ist. Der eigentliche Effekt der LCHF/KETO-Diät sind die Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Die KETO-Diät (eine strengere Form von LCHF) ist seit den 1920er Jahren bekannt, als sie erstmals zur Behandlung von epileptischen Anfällen bei Kindern eingesetzt wurde. Immer mehr Forschungen bestätigen die positiven Auswirkungen auf verschiedene Krankheiten und Zustände wie: Diabetes, Alzheimer, Demenz, Migräne, Hirnverletzungen, Autoimmunerkrankungen…
Natürlich müssen wir die Umstellung der Ernährung richtig angehen. Dazu gibt es eine Fülle von Literatur, und es ist ratsam, sich vor dem Start gut zu informieren. Wie man die LCHF/KETO-Diät richtig beginnt, lesen Sie im Blog „Wie beginnt man die LCHF/KETO-Diät?“.
Lesen Sie mehr über die Auswirkungen der LCHF/KETO-Diät auf die Gesundheit.
Die LCHF/KETO-Diät wird auch bei verschiedenen medizinischen Problemen eingesetzt. Lesen Sie dazu den Blog über den Jungen Filip, der am Prader-Willi-Syndrom leidet.
6. Woran erkennt man, dass man sich in KETOSIS befindet?
Die häufigsten Anzeichen einer Ketose sind:
- Verminderter Appetit.
- Längere Perioden ohne Hunger.
- Ein höheres Niveau an konstanter Energie.
- Bessere und längere Konzentrationsfähigkeit.
- Erhöhter Durst.
- Geruch nach Aceton (nur zu Beginn der Ernährungsumstellung, später verschwindet er).
- Metallischer Geschmack im Mund.
Die Ketose lässt sich am genauesten durch die Messung von Ketonen im Urin oder Blut feststellen. Mehr dazu im Blog: Was sind Ketone? und im Blog Der Unterschied zwischen Ketose und Ketoanpassung.
7. Ist die LCHF/KETO-Diät sicher für die Nieren?
Die Antwort ist einfach: NATÜRLICH ist sie das. Diese Art der Ernährung wird oft falsch interpretiert, da viele Menschen (einschließlich Ärzte) denken, dass es sich um eine proteinbasierte Ernährung handelt. Das ist jedoch weit von der Wahrheit entfernt. Die LCHF/KETO-Diät ist KEINE Eiweiß- (oder Fleisch-) Diät. Eiweiß ist bei der LCHF/KETO-Diät auf 15-20 % der täglichen Zufuhr beschränkt.
Im Falle von Diabetes bestätigt die Forschung, dass die LCHF/KETO-Diät sogar eine schützende Wirkung auf die Nieren hat.
8. Kann ich bei einer LCHF/KETO-Diät Obst essen?
Obst ist zwar als gesundes Lebensmittel bekannt, da es viele Vitamine und Mineralstoffe enthält, aber es enthält auch viel Fruktose (= Zucker) und Kohlenhydrate. Bei der LCHF/KETO-Diät sind die meisten Früchte aus diesem Grund verboten. Erlaubt ist der Verzehr von Beeren. Ich persönlich halte den „Ruf“ der Früchte als Vitamin- und Mineralstoffschatz für überbewertet. Warum eigentlich? Die gleiche oder sogar eine noch größere Bandbreite an Vitaminen und Mineralstoffen ist auch in ausgewähltem Gemüse, Eiern und bestimmten Fleischteilen (z. B. Innereien) enthalten.
9. Wie lange kann ich die LCHF/KETO-Diät durchhalten?
Auf unbegrenzte Zeit. Diese Diät ist keine kurzfristige Diät, wie manche fälschlicherweise denken. Es geht nicht um eine 40-Tage-Diät zum Abnehmen oder um einen Zeitraum, den wir als Zeitraum des strikten Verzichts akzeptieren. Es ist eine Lebensweise, ein Lebensstil. Und auf lange Sicht zeigen sich die wirklichen Vorteile der LCHF/KETO-Diät. Damit meine ich vor allem Gesundheit und ein gestärktes Immunsystem.
10. Ist die LCHF/KETO-Diät für Veganer oder Vegetarier geeignet?
Natürlich ist sie geeignet, nur bestimmte Lebensmittel stehen nicht auf dem Speiseplan. Es gibt viele Veganer und Vegetarier, die die LCHF/KETO-Diät durchführen.
11. Kann ich bei einer LCHF/KETO-Diät Milchprodukte konsumieren?
Die Antwort lautet: Sie KÖNNEN, aber nicht in vollem Umfang. Es ist notwendig, Vollfett-Milchprodukte zu wählen (fette Käsesorten, Mascarpone, Streichkäse, Vollfett-Sahne, griechischer Joghurt…). Milch sollte vermieden werden, da sie den größten Einfluss auf unser Insulin hat. Einige (vor allem Frauen), die die LCHF/KETO-Diät für eine effektive Gewichtsabnahme nutzen, müssen Milchprodukte zu Beginn einschränken oder sogar für eine gewisse Zeit vom Speiseplan streichen. In diesem Fall gilt Butter als Fett und wird nicht eingeschränkt.
12. Ich ernähre mich nach den Richtlinien und bin trotzdem nicht in Ketose? Was mache ich falsch?
Dafür kann es mehrere Gründe geben:
- Zu viele Kohlenhydrate (die Grenze liegt zwischen 20-50 g Kohlenhydrate pro Tag)
- Zu viel Eiweiß (überschüssiges Eiweiß wird in Glukose umgewandelt)
- Zu viele Süßstoffe (künstliche oder natürliche)
- Zu viele Lebensmittel mit versteckten Kohlenhydraten oder Zucker (deshalb ist es wichtig, die Deklarationen zu prüfen!)
Lesen Sie mehr darüber in unserem Blog: Die häufigsten Fehler bei der LCHF/KETO-Diät
13. Ist die LCHF/KETO-Diät für Schwangere und stillende Mütter geeignet?
Natürlich ist sie geeignet, denn sie ist voller wichtiger Nährstoffe und gesunder Fette (vorausgesetzt, man geht sie richtig an). Viele schwangere Frauen leiden an Schwangerschaftsdiabetes und die LCHF/KETO-Diät kann ideal sein, um den Blutzucker während der Schwangerschaft zu regulieren. Wenn Sie während der Stillzeit eine Ernährungsumstellung einführen, sollte diese langsam und bewusst erfolgen, damit sich der Organismus gut daran gewöhnt und der Stress der Umstellung nicht zu groß ist.
14. Was passiert mit dem Cholesterinspiegel, wenn ich so viel Fett esse? Werden meine Adern verstopfen?
Cholesterin ist eine Substanz, die für unsere Existenz und unser Leben im Wesentlichen UNERLÄSSLICH ist. Ohne ihn würde keine unserer Zellen überleben. Cholesterin in der LCHF/KETO-Diät verdient eine etwas ausführlichere Betrachtung und Erklärung. Eine längere Erklärung zum Thema Cholesterin und wie man die Ergebnisse richtig interpretiert, können Sie in diesem Blog lesen: Wie steht es um Ihren Cholesterinspiegel?
15. Ich mache die LCHF/KETO-Diät seit ein paar Tagen/Wochen und fühle mich furchtbar. Was mache ich falsch?
Bei der Umstellung auf eine andere Ernährungsweise gerät der Körper natürlich unter Stress. Unser Stoffwechsel, unsere Darmflora und natürlich auch unsere Mitochondrien müssen sich an die neue Energiequelle anpassen. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Punkt. Bei der LCHF-/KETO-Diät werden die Kohlenhydrate auf ein Minimum reduziert, so dass unsere Bauchspeicheldrüse nicht mehr so viel Insulin ausschüttet. Dadurch können einige hormonelle Signale auftreten, die dafür sorgen, dass die Nieren das überschüssige Wasser ausscheiden. Und da die Nieren regelmäßig das gesamte Wasser aus unserem Körper ausscheiden, scheiden sie auch alle Mineralien und Salze aus. Da dies ständig geschieht, kann es passieren, dass unser Körper nicht genügend Mineralien und Salze erhält und somit ein Elektrolyt-Ungleichgewicht entsteht. Der Körper verrät uns dies in Form von Symptomen wie: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Muskelschmerzen, Beinkrämpfe, unregelmäßiger Herzschlag, erhöhter Puls, Verstopfung, Unwohlsein…
Lesen Sie in diesem Blog über Elektrolyte und die Bedeutung von Salz in der Ernährung:
16. Ich habe eine schreckliche Verstopfung. Was ist zu tun?
Nehmen Sie Magnesium zu sich! Die regelmäßige Einnahme von Magnesiumpräparaten hilft gegen Verstopfung. Sie können auch hochwertiges und konzentriertes Magnesiumcitrat in unserem Online-Shop erhalten.
- Erhöhen Sie Ihren Salzkonsum!
- Erhöhen Sie den Anteil an Fett.
- Ein Esslöffel Kokosöl hilft (geben Sie es in Ihren morgendlichen Kaffee oder Tee)
- Kontrollieren Sie Ihre Flüssigkeitszufuhr (Wasser!)
- Fügen Sie MCT-Öl zu Ihrer Ernährung hinzu (es hilft definitiv). Sie können es in unserem Online-Shop erwerben.
17. Ich vermisse BROT! Wo kann ich LCHF/KETO-Brot kaufen?
Derzeit ist es möglich, gebackenes LCHF/KETO-Brot in unserem Webshop zu kaufen. Und nein, diese Eiweißbrot-Ersatzprodukte (Luna-Brot u.ä.) sind NICHT LCHF, da sie Weizengluten (und viele andere Dinge) enthalten. Die Lösung sind auch unsere fertigen und erhältlichen Bio-Brotmischungen.
Sie können auch ganz einfach und problemlos zu Hause Brot backen. Die Rezepte finden Sie hier:
Die zutaten sind in unserem Online-Shop.
18. Stimmt es, dass Kohlenhydrate und Zucker für die Gesundheit des Gehirns UNERLÄSSLICH sind?
Nein, das ist nicht wahr. Wesentliche Makronährstoffe, die der Körper braucht, sind Proteine und Fette. Ohne sie werden wir krank. Kohlenhydrate gehören nicht zu dieser Gruppe. Der Organismus hat die Fähigkeit, Glukose zu produzieren, die einige Zellen benötigen (es handelt sich um eine minimale Menge Glukose), und zwar in einem Prozess, der Glukoneogenese genannt wird. Das bedeutet, dass Kohlenhydrate und Zucker keine essenziellen Nahrungsmittel sind. Das Gehirn (und andere Organe) können Ketone problemlos (und sogar viel effizienter) als Brennstoff verwenden als Glukose.
19. Kann ich unter der Woche eine LCHF/KETO-Diät machen und am Wochenende Pizza, Bier und klassische Desserts essen?
Das ist nicht gerade die beste Idee. Damit fügen wir dem Organismus den größten Schaden zu. Wenn unser Ziel die Ketose ist, dann bringen uns solche Mahlzeiten definitiv aus dem Rhythmus und aus der Ketose. Außerdem stören solche Mahlzeiten die Anpassung des Körpers an den Fettkonsum und lösen das Verlangen nach Süßem aus. Und schon ist man wieder in seinem alten Trott, mit zuckerhaltigem Fast Food und schlechtem Gewissen.
Fortsetzung folgt…
Weitere Blogs finden Sie hier.
15.3.2019, Katja, LCHF Style



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